ZEITADVERBIEN UND RAUMADVERIBIEN

vor / vorher; dann/danach; nach/nachher

 
 
 

vor (construction nominale)

 
  • Ich sitze vor dem Tisch. Er steht vor dem Haus. (Raum) 
  • Vor dem Essen muss ich noch ein paar Zutaten kaufen.
  • Vor dem Kino muss ich noch meine Hausaufgaben erledigen.
  • Vor dem Deutschkurs muss ich noch meine Vokabeln lernen.
  • Vor der Prüfung müssen die Studentin noch einmal ordentlich büffeln / pauken [potasser, bûcher (fr.) to swot (engl)].
 

vorher (construction verbale)

  • In zwei Wochen habe ich Prüfung. Vorher muss ich aber noch richtig üben.
  • Das hättest du vorher  wissen müssen, jetzt ist es zu spät! 
  • Morgen kommt wichtiger Besuch. Vorher muss ich aber noch aufräumen.
  • Zunächst müssen wir die Wände streichen. Vorher können wir nicht den neuen Teppich auslegen.
  • Ich habe vorher sauber gemacht
  • Er muss vorher noch die Hausaufgaben machen.
 

bevor (construction verbale)

  • Bevor ich Prüfung die Prüfung mache, muss ich noch viel pauken.
  • Das hättest du mir eher sagen müssen, dass du keinen Führerschein hast, bevor du mein Auto geborgt hast
  • Bevor ich die Gäste herein lasse, muss ich noch aufräumen.
  • Bevor wir den neuen Teppich auslegen, müssen wir die Wände streichen.
  • Der Zug muss erst anhalten, bevor die Passanten aussteigen können.
 
Vergleiche noch einmal:
Vor dem Aussteigen der Reisenden muss der Zug anhalten.
 

 

danach / dann 

danach: In etwa gleich mit dann und nachher, nur dass die Betonung auf die direkt Folge auf das eben Erwähnte – „nach etwas“ liegt: 
 
  • Der Lehrer hat uns zuerst das physikalische Gesetz erklärt und danach das Experiment dazu gezeigt. (Auch: Der Lehrer hat uns zuerst das physikalische Gesetz erklärt. Danach hat er das Experiment dazu gezeigt.) 
  • Mach erst einmal die Hausaufgaben, danach kannst du (von mir aus) ins Kino gehen. (Auch: Mach erst einmal die Hausaufgaben! Danach kannst du (von mir aus) ins Kino gehen.)
  • Du sagtest du gehst am Samstag zum Baggersee. Und was machst du danach / nachher
  • Du kannst mit der Knete spielen, du musst aber danach ordentlich die Hände waschen! 
  • danach > nachdem (verbale Konstruktion)
  • Nachdem der Lehrer uns das physikalische Gesetz erklärt hat, hat er ein Experiment dazu gezeigt. 
  • Nachdem du Hausaufgaben gemacht hast, kannst du (von mir aus) ins Kino gehen.
  • Was machst du, nachdem du zum Baggersee gegangen bist? 
  • Wasch dir aber ordentlich die Hände, nachdem du mit der Knete gespielt hast!
  • nachdem / nach (nominale Konstruktion)
  • Nach der Erklärung des physikalischen Gesetzes [kein Komma!] hat uns der Lehrer ein Experiment dazu gezeigt. 
  • Nach den Hausaufgaben [Ø] kannst du (von mir aus) ins Kino gehen.
  • Was machst du nach dem Baggersee? 
  • Wasch dir aber nach dem Knetespielen ordentlich die Hände!
 
Danach suggeriert eine unmittelbar (direkt) folgende Handlung, nachher hingegen lässt einen unbestimmt größeren  Zeitraum.
 
Achtung: "nach" ist ein Zeitadverb kein Raumadverb. Ist also nicht wie bei vor und vorher gleichwertig als Raum- und Zeitadverb einsetzbar:
Falsch: Die Gäseküken laufen nach der Gänsemutter. > Richtig: Die Gänseküken laufen hinter der Gänsemutter. 
 
Aber hinterher (Raum):
  • Die Küken laufen der Gänsemutter hinterher. Nicht: Die Gänseküken laufen hinterher der Gänsemutter.
  • Lauf nicht so schnell, ich bin ganz außer Atem und komme dir nicht mehr hinterher.
  • Wir haben das Projekt noch nicht fertig. Leider sind wir mit der Zeit etwas hinterher.
Vergleiche mit vorher:  
  • Der Unterricht fängt gleich an, ich gehe schon einmal voraus. (nicht hinterher) So weiß der Lehrer, dass du auch gleich kommst und schließt die Tür des Schulgebäudes nicht zu.
  • Wir kommen gut mit unserem Projekt voran. Wir sind sogar mit der Zeit etwas voraus. (nicht vorher)

 

Vergleiche auch "im Voraus: Ich danke Ihnen im Voraus für die schnelle Antwort. 

 
Aber hinterher (Zeit):
  • Ich gehe jeden Abend nach der Arbeit eine halbe Stunde laufen, hinterher nehme ich eine Dusche.
  • Hinterher ist man immer klüger.
 

dann / denn

 

Nicht verwechseln: dann <> denn 

 

dann (Zeitabfolge)

Schließen Sie zuerst die Lampe an das Stromnetz und schalten sie dann ein.
Ich habe zuerst mein Abitur gemacht und dann mein Studium in Berlin angefangen. (Auch: Ich habe zuerst mein Abitur gemacht. Dann habe ich mein Studium in Berlin angefangen.
Als ich nach Hause kam war ich völlig fertig. Da habe ich mich erst einmal hingelegt und dann bin ich eingeschlafen. (= später; daraufhin)
 
dann (Zeitabfolge) <> denn (Begründung)
  • Ich kann morgen leider nicht kommen, denn ich habe jede Menge zu tun. (weil ich morgen jede Menge zu tun habe)
  • Man sollte regelmäßig 30 Minuten Sport treiben, denn das ist gut für die Gesundheit.  (weil das gut für die Gesundheit ist)
  • Ich werde heute nicht alt (ich bald ins Bett / ich gehe heute früh ins Bett), denn ich bin echt müde und muss außerdem morgen früh raus. (weil ich echt müde bin und außerdem morgen früh raus muss)
  • Ich kann es dir nicht sagen, denn es ist ein Geheimnis. (weil es ein Geheimnis ist)
 
(Achten Sie bei der „weil“-Konstruktion auf den verschiedenen Satzbau > "denn ich bin müde" > "weil ich müde bin
 
 
Cours d'allemand: adverbes de temps et de lieu / online German course temporal and local adverbs
 
(C) Frank MÖRSCHNER octobre 2014